Kinderleicht, höre ich Sie sagen. Aber Ihre Vermutungen könnten falsch sein - der eine ist vielleicht leuchtend bunt, der andere ein Meister der Verkleidung, ein mattes Beige oder Braun.

Schmetterlinge und Motten gehören zwar zur gleichen Gattung der Schmetterlinge (Lepidoptera), aber wenn Sie sich die Zeit nehmen, den Schokoladen-Stiefmütterchenfalter (Junonia iphita) mit seiner tristen Blattfärbung oder die Gespinstmotte (Apantesis phalerata) mit ihren extravagant gefärbten rosa-gelben Flügeln zu betrachten, werden Sie überrascht sein.

Es gibt mehrere Unterschiede, die sie voneinander unterscheiden, und wenn Sie diese kennen, wird es Ihnen leicht fallen, sie zu identifizieren.

Die Tageszeit

Das liegt auf der Hand: Schmetterlinge sind tagsüber aktiv, während Motten sich zu Nachtschwärmern entwickelt haben, die im Mondlicht unterwegs sind. Dies ist eine schreckliche Geschichte von fataler Anziehungskraft - Motten werden vom Licht angezogen, und es ist ein vertrauter Anblick - sie versammeln sich um Ihre Außenbeleuchtung, verzaubert durch das Licht, aber verwirrt durch die Verbreitung von künstlichen "Monden" und werden in ihrer Verwirrung von Raubtieren gefressen oder einfach überhitzt. Obwohl die Wissenschaftler sagen, dass es noch Forschungsarbeit zu leisten gilt, um das Verhalten der Motten vollständig zu verstehen, wissen sie, dass die Lampen die evolutionäre Programmierung der Motten durcheinander gebracht haben. Es scheint, dass sie nicht die hellsten Glühbirnen in der Kiste sind, aber was die Mottenevolution nicht vorhersehen konnte, war die Verbreitung von elektrischem Licht rund um die Uhr in unserer modernen Welt.

Flügel - offen oder geschlossen?

Zunächst zu den Flügeln in der Ruhephase: Motten ruhen mit offenen Flügeln, während Schmetterlinge ihre Flügel normalerweise einklappen, aber um Sie zu verwirren, tun Schmetterlinge manchmal etwas, das man "Sonnenbaden" nennt. Sie sind "ektotherm", d. h. sie sind auf externe Wärmequellen angewiesen und öffnen daher ihre Flügel, um ihre Körpertemperatur zu erhöhen, damit sie fliegen können.

Form der Antennen

Die Fühler von Nachtfaltern sind in der Regel blatt- oder federförmig, während die von Schmetterlingen lang und kahl sind und ein knolliges Ende haben. Obwohl dies normalerweise der Fall ist, gibt es auch Motten, deren Fühler nicht gefiedert, sondern schlank sind, wie z. B. bei der Sternmotte, deren Fühler jedoch eher gerade als gebogen sind.

Frenulum

Hier wird es etwas technischer: Motten haben ein Frenulum, ein Flügelbändchen, das dafür sorgt, dass sich die Vorder- und Hinterflügel während des Flugs zusammen bewegen. Schmetterlinge haben dies nicht.

Puppen - Kokon und Puppe

Bei der Metamorphose von der Raupe zum Schmetterling oder Nachtfalter spinnen Raupen eine Puppe aus gehärtetem Eiweiß, Nachtfalterraupen hingegen bilden eine seidige Puppe, die als Kokon bezeichnet wird. Auch hier gibt es, obwohl dies eine allgemeine Regel ist, einige Ausnahmen - Beispiele sind die Zigeunermotte, die eine Puppe bildet, die einer Schmetterlingspuppe ähnelt, und der Parnassiusfalter, der einen Kokon herstellt.

Augen

Schmetterlinge haben zwei Augen, genau wie wir. Aber Schmetterlingsaugen sind Facettenaugen, weil sie mehrere Linsen haben. Das bedeutet, dass Schmetterlinge viele verschiedene Dinge in viele Richtungen gleichzeitig sehen können. Die beiden Arten haben sich so angepasst, dass sie je nach den Lichtverhältnissen unterschiedliche Augen haben. Im Allgemeinen haben Motten zwei verschiedene Arten von Augen. Während die Facettenaugen ein gutes Sichtfeld, aber nur eine geringe Sehschärfe bieten, können die einfachen Augen Bewegungen und Farben mit mehr Details erkennen. Außerdem verfügen die Augen der Motten über eine höhere Kontrastempfindlichkeit, die für die Fortbewegung in der Nacht unerlässlich ist.

Allgemeines Erscheinungsbild

Im Allgemeinen sind Motten eher gedrungen und haben einen pelzigen Körper, während Schmetterlinge glatt und schlank sind. Dieser Unterschied im Aussehen ist auf die Größe der Schuppen zurückzuführen - Schmetterlinge haben viel kleinere Schuppen. Und die Schuppen? Haben Sie schon einmal die Flügel einer Motte oder eines Schmetterlings angefasst und etwas "Puder" an Ihren Fingern gehabt? Dieser Puder besteht in Wirklichkeit aus winzigen Schuppen, wie bei einem Fisch. Diesen Schuppen verdanken Schmetterlinge und Motten ihren wissenschaftlichen Namen Lepidoptera (Lepido = Schuppen und ptera = Flügel).

Camille Pissarro, ein berühmter Künstler, sagte einmal: "In der Natur darf man keine Angst haben: Man muss kühn sein, auch auf die Gefahr hin, getäuscht zu werden und Fehler zu machen". Ich glaube, es gibt viele mutige Motten, die nicht aus ihren Fehlern gelernt haben!