Nicht, weil ich einen Universitätsabschluss oder etwas ähnlich Aufregendes erreicht hatte. Nein, es lag daran, dass ich an meinem allerersten richtigen Geschäftstreffen teilnahm. Vor lauter Stolz muss ich unerträglich selbstgefällig ausgesehen haben. Da stand ich nun, mit frischem Gesicht, Anzug und Stiefeln und von oben bis unten mit Brut-33 eingeschmiert. Aber die Wahrheit ist, dass ich nur an diesem Treffen teilnehmen konnte, weil mein Vater (der ein richtiger Geschäftsmann war) die Aufgabe delegiert hatte. Er hatte mich geschickt, damit er nicht an einem solchen Langweilerfest teilnehmen musste. Ich habe bei keinem dieser Treffen wirklich viel gelernt. Ehrlich gesagt, habe ich auch nicht sonderlich gut aufgepasst. Es ging nur um mein Ego.

Hackordnung

Was ich jedoch lernte, war die Hackordnung und wie wichtig Metall in dieser seltsamen Unternehmenskultur war. Ich erfuhr, wie viel über jeden "Delegierten" gelesen wurde, bevor er auch nur einen Fuß in die mit Plüschteppich ausgelegten Foyers gesetzt oder ein einziges Kanapee verschlungen hatte. Das lag daran, dass alle Augen auf den Parkplatz gerichtet waren. Es ging nur darum, welche Plakette an der hintersten Flanke des Autos angebracht war.

Ich stelle mir vor, dass die Dinge in der heutigen Welt ganz anders sind? Geht es jetzt nicht mehr darum, die richtigen Transportlösungen zu haben, die widerspiegeln, wie das Umweltbewusstsein Ihr Geschäftsmodell in eine Art "grünes", nachhaltiges Wunderwerk der Umwelt verwandelt hat? Wenn Ihr Chef in einem Range Rover mit 10 km pro Stunde oder einem Bentley, der den Asphalt zerkleinert, anreist, passt das nicht wirklich in das aktuelle Narrativ? Die "Chefdame" der Konferenz mit ihrem Bob, ihren Stöckelschuhen, ihren marineblauen Culottes und ihrem Erkennungszeichen wäre von einer solchen Zurschaustellung planetenzerstörender Dekadenz höchst unbeeindruckt.

Eine andere Welt

Ja, es ist wirklich eine ganz andere Welt. Die Großserienhersteller haben sich längst von der einst so begehrten Kategorie "Executive Saloon" verabschiedet. Diese Modelle sind verschwunden, in die Annalen der Geschichte eingegangen, vom gefürchteten Blechwurm zerfressen und in einen traurigen Haufen rostiger Kleieflocken verwandelt. Heutzutage kann man bei Ford gerade noch einen Mondeo und bei Vauxhall-Opel gerade noch einen Insignia finden. Aber keines dieser beiden Angebote könnte jemals realistischerweise als Oberklasselimousine angesehen werden? Keiner von ihnen würde zu den heutigen aufstrebenden Mogulen meiner Jugend passen.

Die Ära der so genannten "Managerautos" ist offensichtlich längst vorbei. Prächtige Autos wie der Ford Granada/Scorpios, die großen Rover 800, Vauxhall-Opel Carltons und die mächtigen Volvo 760 wecken immer noch Erinnerungen an einige sehr wichtig aussehende Personen, die herumfuhren. Das waren die Leute, die unsere örtlichen Bankfilialen, schicken Anwälte oder Arztpraxen leiteten.

Sogar Vauxhall-Opel, einst bekannt für die Herstellung fader, klappriger und rostanfälliger Fahrzeuge, machte bei der Produktion von Geschäftswagen mit. Sie produzierten die recht einfach konstruierten Carltons und Senators. GM schraubte einfach ein bisschen modernste Technologie auf das vertraute alte Fahrwerk, um die nächste Generation von Autos nicht nur kugelsicher, sondern auch leichtgängig, luxuriös und wirtschaftlich zu machen.

Die zweite Generation des Senator war nur als viertürige Limousine erhältlich. Er löste im September 1987 den alten kantigen Senator ab. Es handelte sich um eine Mischung aus bewährter Hardware und schickem EFi-ABS-ESP-Zeug, das für die nötige "Street Cred" sorgte. Das Ergebnis war ziemlich erstaunlich. Die Autos waren opulent und brillant, ohne jemals übermäßig kompliziert zu sein. Auch das Styling war nicht zu verachten.

Beeindruckende Fähigkeiten

Trotz der beeindruckenden Fähigkeiten, gepaart mit einem unheimlichen Maß an Komfort und Zuverlässigkeit, dachten nur wenige an den Vauxhall Senator als Limousine. Das war ziemlich tragisch, denn sie waren wirklich absolut hervorragend. Diese Superlative gingen auch den Polizeikräften in ganz Großbritannien nicht verloren, die die komfortablen, kilometerfressenden Eigenschaften des Senators ebenso schätzten wie sein scharfes Fahrverhalten. Das exzellente Fahrverhalten verlieh den Senators die Agilität viel kleinerer Autos und machte sie gleichzeitig zu erhabenen, raketengetriebenen Autobahnkreuzern. Aber auf der Straße war Vauxhall als Hersteller von Oberklassewagen einfach nicht zu gebrauchen. Und das, obwohl der Senator einem Jaguar XJ in nichts nachstand - zu einem Bruchteil des Preises.

Der Senator bot zunächst zwei Motoren an, die auf den altgedienten Reihensechszylindern (Cam-in-Head) basierten. Es gab sie entweder mit 2,5 oder 3,0 Litern Hubraum. Es gab nichts besonders Aufregendes an dem alten Serienfahrwerk oder der allgemein archaischen Technik, außer der Tatsache, dass es funktionierte. Es funktionierte sogar glänzend. Das Automatikgetriebe und der Motor "kommunizierten" elektronisch, um nahezu nahtlose Schaltvorgänge zu ermöglichen. Es war verblüffend. Alles fühlte sich gut an. Das war zweifellos ein erstklassiges Autoerlebnis.

Der Senator und der Carlton hatten einen Allradantrieb, wie auch die meisten anderen Spitzenmodelle der damaligen Zeit. Jaguar, BMW, die großen Volvos, Ford und sogar Rolls-Royce und Bentley setzten in ihren High-End-Fahrzeugen auf altgediente, bewährte Allradtechnik. Zu dieser Zeit schien es einfach vernünftig, bewährte Hardware so zu modifizieren, dass sie zusammen mit moderner elektronischer Zauberei lief. Niemand wollte das Risiko eingehen, auf bewährte Formeln zu verzichten. Ich bin der festen Überzeugung, dass die Autos dadurch viel besser wurden. Sie gingen nur selten kaputt, und selbst wenn, wussten die Techniker, wo die Fehler zu finden waren. Anders als heute.

Beliebtheit

Ursprünglich wollte GM das neue Senator-Modell nur in recht bescheidenen Stückzahlen produzieren, aber das Auto wurde sowohl bei den Einzelhändlern als auch bei den Flottenkäufern sehr beliebt. Es sprach sich herum, dass der Senator trotz seines archaischen Fahrwerks etwas ganz Besonderes war. Hervorragende Fahrwerkstechnik und überlegene Schalldämmung erzielten beeindruckende Ergebnisse. Der Innenraum eines Opel Senator war ein sehr angenehmer Ort zum Wohlfühlen. Den Leuten gefiel auch das schlanke, aerodynamische Design des Senator der zweiten Generation. Dadurch war das große Sechszylinder-Flaggschiff von Vauxhall ungewöhnlich sparsam im Verbrauch, was wiederum den Absatz förderte.

Die Verkäufe wurden auch durch die hervorragende Verarbeitungsqualität angekurbelt, einschließlich der perfekt sitzenden Verkleidungen. Die moderne bündige Verglasung sorgte für einen luftigen Innenraum und eine hervorragende Rundumsicht. Die weichen Innenraummaterialien fühlten sich auf den bequemen Sesseln angenehm an. All dies bedeutete, dass das Prestige der Marke keine Rolle mehr spielte, und die Verkaufszahlen überraschten Vauxhall folglich.

Der Senator war ein brillantes Auto, das von einigen Leuten aus den falschen Gründen übersehen wurde. Vauxhall war noch nie für hohe Restwerte bekannt, so dass gebrauchte Senatoren schließlich als preisgünstige Luxuskarossen für Leute mit kleinem Budget gesucht wurden. Gute Exemplare fielen in die Hände derer, die einfach nur einen billigen Alltagsflitzer mit ein paar Extras haben wollten. Spätere 24-Ventil-Motoren waren nicht ganz so kugelsicher wie frühere Motoren, und wenn sie dann doch einmal kaputt gingen, schickten Wayne und Waynetta sie einfach in den Schredder. Und deshalb sind diese alten Senatoren heute so außergewöhnlich selten.

Der arme alte Senator hat es nie geschafft, sich bei den heutigen Yuppies im M&S-Anzug zu profilieren. Aber das wird für immer ihr Verlust sein. Der Senator war ein großartiges Auto, dem einfach der richtige Stammbaum fehlte. Und das ist eine echte Schande. Unverfälschter Snobismus und blinde Vorurteile haben dazu geführt, dass vielen Menschen ein absolutes Juwel entgangen ist.