Gürteltiere kommen nur in Mittel- und Südamerika vor, aber eine Art, das Neunbindengürteltier, ist von Argentinien bis in den Süden der USA verbreitet. Es gibt etwa 20 Arten, die in ihrer Länge vom kleinsten, dem niedlich benannten rosa Feengürteltier mit 8 cm (das übrigens mehr Fell als Panzer hat) bis zum Riesengürteltier reichen, das vom Kopf bis zum Schwanz bis zu 1,5 m lang und stolze 60 kg schwer sein kann.

Im Süden der USA sind einige Gürteltiere von Natur aus mit den Bakterien infiziert, die beim Menschen die Hansen-Krankheit (Lepra) verursachen, aber das Risiko ist sehr gering, und die meisten Menschen, die Gürteltieren begegnen, werden sich wahrscheinlich nicht infizieren. In Brasilien werden sie sogar gegessen, und man behauptet, sie schmecken wie Schweinefleisch!

Sie haben einen mit Bändern versehenen Schutzpanzer auf dem Rücken. Zwischen den Bändern befindet sich eine weiche Haut, die sich ausdehnt und zusammenzieht, um Bewegungen zu ermöglichen. Sie sind anscheinend sehr leicht zu fangen, und zum Spaß versuchen die Menschen, sich an sie heranzuschleichen und sie aufzulesen, was sehr einfach ist, da sie fast blind und taub sind. Aber das Neunschwanzgürteltier ist auch dafür bekannt, dass es sich tot stellt (wie Opossums), wenn es gefangen wird, was es einfacher macht.

Alle haben einen schützenden Panzer, eine spitze Schnauze und eine lange, klebrige Zunge, und ihr Geruchssinn soll so empfindlich sein, dass sie Nahrung in bis zu 23 cm Tiefe aufspüren können.

Sie sehen kahl aus, haben aber drahtige Haare an den Seiten und am Bauch, die manchmal als "Bordsteinfühler" bezeichnet werden, und können sich nachts mit den Haaren fortbewegen, um Objekte zu erkennen. Leider können sie keinen Verkehr wahrnehmen und haben sich den Spitznamen "Hillbilly Speed Bumps" verdient.

Ihr Name leitet sich vom aztekischen Wort für Gürteltier ab und bedeutet "Schildkröte-Kaninchen". Im Spanischen bedeutet er "kleiner Gepanzerter", und der portugiesische Name für sie ist "tatu".

Alle Gürteltiere haben kräftige Beine und lange Krallen zum Graben und zur Nahrungssuche sowie stiftförmige Zähne, wobei das Riesengürteltier die meisten Zähne hat - bis zu 100 - und es kann sich auf die Hinterbeine stellen und mit dem Schwanz balancieren.

Sie graben nach Insekten, ihrer Lieblingsspeise, und dieses Graben ist der Grund, warum viele Menschen Gürteltiere als Schädlinge betrachten - Landwirte und Gärtner wollen nicht, dass sie nach Ungeziefer wühlen und dabei ihre Ernten oder Pflanzen zerstören.

Muschelspiel

Obwohl ihre Panzer biegsam sind, sind sie zäh und bestehen zum Schutz einfach aus modifizierter Haut. Wenn sie bedroht werden, laufen sie weg, graben oder drücken ihren Körper in den Boden, um nicht umgedreht zu werden und ihren verletzlichen Unterbauch zu entblößen. Nicht alle Gürteltiere sind in der Lage, sich vollständig in ihren Panzern einzuschließen - das Dreibindengürteltier ist das einzige, das sich zum Schutz zu einer Kugel zusammenrollen kann, wobei seine tropfenförmige Kopfplatte die Öffnung verschließt, so dass keine Risse zu sehen sind.


Lebensraum und Ernährung

Gürteltiere schließen sich bei kaltem Wetter in Höhlen zusammen, um gemeinsam ein großes Nest zu bauen, da sie aufgrund ihres geringen Körperfetts und ihres dünnen Panzers Schwierigkeiten haben, ihre individuelle Körpertemperatur zu halten. Die meisten Gürteltiere sind Einzelgänger, die nur unterwegs sind, um Nahrung zu finden und Gefahren zu vermeiden.

Ihre Hauptfeinde sind Kojoten, gefolgt von Rotluchsen, Pumas, Wölfen, Bären, Waschbären und sogar großen Raubvögeln. Aber sie sind keine Feiglinge - dem Zoo von San Diego zufolge sind sie dafür bekannt, sich auf Schlangen zu werfen und diese mit den scharfen Kanten ihres Panzers zu töten.

Ihre engsten Verwandten sind Faultiere und Ameisenbären. Sie fressen auch Früchte, Eier und kleine Tiere - sogar Aas. In den wärmeren Monaten können Gürteltiere nachtaktiv sein und nachts auf Nahrungssuche gehen, wenn es kühler ist, oder sie fangen früher am Tag an zu jagen und werden tagaktiv.


Familienleben

Einzigartig unter den Säugetieren haben Gürteltiere immer genetisch identische Vierlinge - das Weibchen hat einen Eisprung, der sich nach der Befruchtung in vier teilt, und bringt immer identische Vierlinge zur Welt. Der Vater geht keine Bindung mit der Mutter ein und beteiligt sich nicht an der Aufzucht der Jungen. Die Neugeborenen, Welpen genannt, haben eine weiche Schale wie menschliche Fingernägel, eine graue Farbe, die sich innerhalb weniger Tage verhärtet, und können 4 bis 30 Jahre alt werden.