Sie kennen vielleicht Seesterne, Seeigel und Sanddollars, wenn Sie am Strand liegen oder Gezeitentümpel erforschen, aber viele wissen nicht, dass alle miteinander verwandt sind. Seegurken, Schlangensterne und Seelilien, weniger bekannte Meerestiere, vervollständigen die Familie der Stachelhäuter (Echinodermata), ein Wort, das aus dem Griechischen stammt und "Igelhaut" bedeutet. Diese neugierigen kleinen Kreaturen können hier in Portugal gefunden werden, normalerweise in felsigen Tümpeln oder sogar in weiten sandigen Untiefen, wenn man Glück hat. Technisch gesehen sind sie gar keine Fische, sondern gehören zur Klasse der Asteroidea und werden oft als Schlangensterne, Korbsterne, Seesterne oder einfach nur Asteroide bezeichnet. Sie haben keine Kiemen, Schuppen oder Flossen wie Fische und werden daher nicht als Fische eingestuft.

Rund 1.900 Arten kommen weltweit auf dem Meeresboden vor, von warmen tropischen Zonen bis zu kalten Polarregionen und in Tiefen bis zu 6.000 m unter der Oberfläche.

Eine beliebige Anzahl von Armen

Seesterne sind wirbellose Meerestiere, die in der Regel eine zentrale Scheibe und fünf "Arme" haben. Einige Arten haben jedoch mehr, der "Sonnenstern" sogar bis zu 40 Arme. Ihre Oberseite kann glatt, körnig oder stachelig und mit überlappenden Platten bedeckt sein. Sie können in leuchtenden Rot-, Orange- und Blautönen oder in matten Grau- und Brauntönen gefärbt sein und können bis zu 35 Jahre alt werden.

Mit ihren durch ein hydraulisches System betriebenen Röhrenfüßen und einem Maul in der Mitte der Mund- oder Unterseite sind sie opportunistische Fresser und ernähren sich hauptsächlich von wirbellosen Tieren, die auf dem Meeresboden leben. Die Arten haben ein spezialisiertes Fressverhalten, zu dem auch das Umstülpen des Magens gehört - eine ziemlich seltsame Angewohnheit -, was im Grunde bedeutet, dass sie beim Fangen ihrer Beute winzige Saugnäpfe haben, um ihre Nahrung zu packen. Sie haben einen komplexen Lebenszyklus und können sich sowohl sexuell als auch asexuell fortpflanzen.

Ein Kinderspiel!

Eine weitere Tatsache ist, dass sie kein Gehirn und nicht einmal ein gehirnähnliches Organ in ihrem Körper haben. Trotzdem verfügen sie über ein Nervensystem, wenn auch ein einfaches. Um ihren Mund herum befindet sich ein Nervenring, der über einen Radialnerv mit jedem ihrer Arme verbunden ist. Die Neuronen stimulieren die Muskeln an jedem ihrer Röhrenfüße, die sich an der Unterseite ihres Körpers befinden. Sie haben auch kein Blut und verwenden gefiltertes Meerwasser, um Nährstoffe durch ihr Nervensystem zu pumpen, und können in Süßwasser nicht überleben.

Weitergehen, bitte

Auch sie können sich bewegen, obwohl sie scheinbar bewegungslos sind und wie ein Felsen auf dem Meeresboden sitzen. In Wirklichkeit dehnen sich die Hunderte von Röhrenfüßen auf ihrer Unterseite aus und ziehen sich zusammen, um Bewegung zu erzeugen und Beute festzuhalten.

Jeder einzelne Röhrenfuß kann für sich allein auf Reize reagieren, aber zusammen können sie sich synchronisieren und eine hüpfende Bewegung erzeugen - ihre Version des Laufens. Jahrelang haben sich die Forscher gefragt, wie genau sie das schaffen, da sie kein Gehirn und ein völlig dezentrales Nervensystem haben. Die Antwort, so die Forscher der USC Viterbi School of Engineering, wurde im Journal of the Royal Society Interface veröffentlicht: Sie koppeln einen globalen Richtungsbefehl von einem "dominanten Arm" mit individuellen, lokalisierten Reaktionen auf Reize, um eine koordinierte Bewegung zu erreichen. Mit anderen Worten: Sobald sie eine Anweisung geben, in welche Richtung sie sich bewegen sollen, finden die einzelnen Füße selbst heraus, wie sie dies ohne weitere Kommunikation erreichen können.

Und sie haben einen praktischen Trick, um fehlende Gliedmaßen zu regenerieren - allerdings kann es bis zu einem Jahr dauern, bis eine nachwächst.

Wenn ein Seestern in Stücke geschnitten wird, kann jedes der Stücke dank dieser Regenerationsfähigkeit zu einem vollständigen Tier heranwachsen. Regeneration ist ein natürlicher Prozess des Ersatzes oder der Wiederherstellung fehlender Zellen, Gewebe oder Organe. Dank dieser Fähigkeit können sogar ganze Körperteile nachwachsen und voll funktionsfähig sein.

Ich weiß nicht, warum, aber Bilder von Seesternen wirken immer fröhlich und lassen mich an eine kleine Figur denken, die vor Freude hüpft!